Fallstudie

Hafen, Spakenburg, Niederlande

Kunde: Waterschap Vallei en Veluwe
Periode: 2016 - 2017

Projekt

Spakenburg, ein ehemaliges Fischerdorf am Ufer des Eemmeers, musste gegen extreme Stürme geschützt werden. Die Waterschap Vallei en Veluwe führte eine Ausschreibung für eine Hochwasserschutzlösung durch, welche den typischen Charakter des historischen Hafens und der Helling nicht beeinträchtigen darf. Das Projekt verlangte eine Lösung, die sich in das historische Zentrum einfügt, wenig Platz benötigt und nach maximal 3 Stunden einsatzbereit ist. Außerdem musste die Hochwassersperre von Spakenburg in der Lage sein, den Wasserständen standzuhalten, die bei Stürmen aus nordwestlicher Richtung mit Windstärke 12 auftreten. Eine feste Hochwassersperre war keine ideale Lösung, da sich diese bei schweren Niederschlägen wie eine Badewanne verhalten würde. Solch eine Hochwassersperre würde daher ein Problem schaffen, anstatt eines zu lösen.

Lösung

In Spakenburg wird die selbstschließende Hochwassersperre (SCFB) erstmalig in solch einem großen Umfang als primäre Hochwassersperre eingesetzt. Tatsächlich belegten verschiedene Studien, dass die SCFB hervorragend für den beabsichtigten Zweck geeignet war. Außerdem erfüllt sie umfassend die von den niederländischen Behörden vorgegebenen Anforderungen für primäre Hochwassersperren. Mit einer Gesamtlänge von 360 Metern und einer Höhe von 80 Zentimetern ist dieser schwimmende Damm die längste selbstschließende Hochwassersperre der Welt. Eine große Herausforderung während dieses Projekts bestand darin, dass diese äußerst lange Hochwassersperre den speziellen Charakter des historischen Fischerdorfes nicht stören darf. Dies wurde gelöst, indem die Hochwassersperre um den historischen Hafen im Straßenpflaster verschwindet, wenn sie deaktiviert ist. In der Nähe des neuen Hafens verschwindet sie in der Kaimauer, um den historischen Charakter Spakenburgs zu bewahren. Eine besonders nette Geste ist, dass die Spakenburg Hymne in die Oberseite der Hochwassersperre eingraviert ist. Diese Maßnahmen sind Teil der Deicherhöhung an den Zuidelijke Randmeren (südliche Randseen) und am Fluss Eem entlang. Das Projekt wird durch das nationale Hochwasserschutzprogramm (HWBP) gefördert.