Aggeres kann die weltweit längste aufschwimmende Damm liefern

Aufschwimmende Damm schützt Spakenburg

 

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In naher Zukunft wird das historische Zentrum der niederländischen Stadt Spakenburg gegen Überschwemmung geschützt werden durch einen hochfahrbaren Damm welcher durch die Kraft des ansteigenden Wassers betrieben wird. Mit einer Gesamtlänge von 335 m ist dieser aufschwimmende Damm der Längste der Welt. Der 80 cm hohe Damm wird im Straßenpflaster versenkt, welches den historischen Hafen umgibt, um so zu verhindern, dass dieser Damm den Blick auf das historische Stadtzentrum beeinträchtigt. Der Damm wird im aufgeschütteten Deich am neuen Hafen entlang befestigt.

Das Projekt ist Teil der Dammerneuerung an den Zuidelijke Randmeren (Südliche Randseen) und dem Fluss Eem entlang, welche vom Wasserverband Vallei en Veluwe durchgeführt wird. Das nationale Programm zur Verhütung von Hochwasser, das ‚Hoogwaterbeschermingsprogramma‘, unterstützt dieses Projekt finanziell. Der Bau beginnt im Herbst 2016.

Die vom Wasserverband ausgerufene Ausschreibung für dieses Projekt hat das niederländische Baukonsortium Van Heteren (Hengelo)/Jansen Venneboer (Wijhe) gewonnen. Das Projekt verlangte eine innovative Lösung und die hochfahrbare Dammkonstruktion entsprach am besten den Vorgaben. Das Projekt verlangte eine Lösung, die mit dem historischen Zentrum verschmilzt, wenig Platz benötigt und mithilfe einiger, weniger Mitarbeiter des Wasserverbandes nach maximal 3 Stunden einsatzbereit ist.

Beispielhaft für andere Städte

Die Technik wird vom belgischen Unternehmen Aggéres bereitgestellt. Obwohl die Technik bereits zuvor an verschiedenen Standorten weltweit eingesetzt wurde, ist das Spakenburg-Projekt das 1. Mal, dass dies in solch einem großen Format geschieht und sie Teil der primären Wasserbarriere wird. Daher gibt dies ein gutes Beispiel für andere historische Stadtzentren in den Niederlanden wie Dordrecht ab.

Leichte Materialien

Die Wasserbarriere wird infolge des steigenden Wasserspiegels in den Häfen nach oben gedrückt. Dieses Wasser füllt den Stahlcontainer, der den Damm hält. Der Damm besteht aus leichtem Kunststoff (Kevlar) und besitzt einen Stahlmantel. Das eintretende Wasser schiebt den Damm nach oben.

Der Damm wird in das Straßenpflaster integriert, welches den historischen Hafen umgibt (etwa 60 m am Turfwal und etwa 115 an der Oude Schans entlang). Der Deich, welcher den neuen Hafen (Kerkemaat) säumt, ist um 60 cm erhöht worden. Diese Erhöhung wird den Damm halten (etwa 160 m). Der Park an der Südseite des neuen Hafens (Weikamp) wird so umgestaltet, dass er seine Wasseraufnahmefunktion erfüllen kann.

An der anderen Strecke des Jachthafens (Havendijk) wir es keine neue Wasserbarriere geben. Er wird ‚außerhalb des Damms‘ bleiben. Die Gebäude dort sind hochwasserbeständig erbaut worden.

Hochwasserschutzprogramm

Durch den Bau des aufschwimmenden Damms entspricht die Wasserbarriere bei Spakenburg nun den aktuellen Anforderungen, nämlich Wasserständen standzuhalten, wie sie während Nordweststürmen mit Windstärke 12 auftreten. Diese Anforderung müssen alle Dämme an den Zuidelijke Randmeren und an der Eem erfüllen. Da diese Dämme einen großen Bereich gegen Hochwasser schützen, wird diese Konstruktion ‚primäre Wasserbarriere‘ genannt. Die Anforderungen an diese Barrieren wurden staatlich festgesetzt. Der Bau des aufschwimmenden Damms wird durch das nationale Hochwasserschutzprogramm, einen Kooperationsverbund der niederländischen Wasserverbände sowie das Amt für Wasserwirtschaft und öffentliche Arbeiten gefördert.